Powerplay und Schmetterchor – D-Mädchen begeistern beim Heimturnier

  • Begüßung auf dem Spielfeld

Am vergangenen Wochenende fand in Weimar das letzte Turnier der Freiluftsaison 2017 für D-Kinder aus Mitteldeutschland statt. 150 Besucher bevölkerten den Hockeyplatz in Tröbsdorf. Die Weimarer D-Mädchen gewannen im letzten Spiel des Heimturniers den 2. Platz.

»SSV, SSV, SSV Vimaria!« Es ist 13.45 Uhr, Sonntag, der 17. September. Zum letzten Mal schmettert an diesem Spieltag der Schlachtruf der Weimarer Hockey D-Mädchen. Ein siebenstimmiger Chor, der das geschäftige, von etwa 150 Personen verursachte Grundrauschen auf dem Sportplatz in Tröbsdorf übertönt. Die Wucht dieser Verabschiedung von Gegnerinnen und Schiedsrichtern, ein Gemisch aus Freude, Glück, Siegerstolz und Erleichterung, kann in der Zeitung kaum wiedergegeben werden. Die Erwachsenen reihum feixen und ziehen anerkennend ihre Brauen in den trüben Wolkenhimmel, Eltern schießen ungläubig stolz schmunzelnd die Tränen in die Augen und selbst die Nachwuchsreferees können sich ein überraschtes Prusten nicht verkneifen. Den Mädchen aber war es ernst; genauso ernst wie ihr Auftritt in ihrem letzten Spiel, indem sie schafften, was man zuvor kaum für möglich gehalten hatte: den 2. Platz im Heimturnier.

Die Ausgangslage war eben ungünstig. Gegen den EHC Erfurt und den SV Motor Meerane spielte man im Gruppenmodus jeder gegen jeden mit Hin- und Rückspiel. Gegen die übermächtigen Erfurter hagelte es zwei Niederlagen und im Hinspiel gegen Meerane verloren die Mädchen unglücklich mit 2:3. Versemmelt, muss man sagen. Nur ein hoher Sieg mit drei Toren Unterschied konnte das Tabellenblatt noch wenden. Drei Tore! Das war die Ausbeute zuvor, die Ausbeute aus drei ganzen, jeweils zwölf Minuten langen Spielen. Warum aber die Segel streichen? Die D-Mädchen hatten auch bei den vorherigen Turnieren der Freiluftsaison immer wieder gezeigt, dass sie am Ende immer noch eine Schippe drauflegen können, dass sie an sich glauben. Und so auch hier.

Von ihren beiden Junior-Trainerinnen Charlotte Höppner und Julia Mund gut eingestimmt, gingen die sieben Spielerinnen – die beiden Idas, die beiden Mathildas, Lisanne, Emilia und Margaretha – hoch konzentriert in ihr letztes Spiel: bissig, angriffslustig, zweikampfstark. Das ganze Spiel über pressten und drückten sie ihre Gegnerinnen aus Meerane in deren Spielhälfte zurück, immer mit Zug zum Tor. Kamen die Meeraner einmal durch, warfen sich Ida und Lisanne ihnen – im Publikum meinte jemand »mit Leib und Leben« – entgegen, selbst am Boden liegend wurde der Ball wieder nach vorne geschlagen. Dort ein Schuss knapp vorbei: Zuschauerraunen. Pfosten: Haareraufen. Tor Mathilda: Jubel! Welch ein spannendes Spiel! Ein Spiel, in dem Mathilda noch zwei Treffer nachlegte und die Kästen hinten sauber blieben: 3:0. Ein würdiger Abschluss der Freiluftsaison. Und ein Spiel, das eines wieder deutlich zeigte: Man gewinnt im Mannschaftssport eben nur gemeinsam.

Für ihren Gemeinschaftserfolg bekamen die sechs- bis achtjährigen Spielerinnen eine Urkunde und zwei Tüten Gummibären, eine Trophäe, die den Kindern schwer wiegt wie Gold und die man im Training genüsslich miteinander teilt, auch mit allen anderen, die nicht dabei sein konnten. Aber auch mit den Mädchen, die zum Schnuppertraining kommen. Dazu besteht jederzeit die Möglichkeit. Die D-Kinder und auch die vier- bis sechsjährigen »Minis« freuen sich über jede neue Mitspielerin und jeden Mitspieler.

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