Der erste Sieg in der Geschichte der Querschläger

  • Tor

Ein Sieg im Turnier ist noch lange kein Turniersieg. Das wissen wir selbst. Deswegen soll im folgenden Text auch nicht von irgendwelchen Platzierungen die Rede sein. Vielmehr ist in schonungslosen Bildern von einem völlig verregneten, ein wenig verpatzten und in gewissem Sinne dennoch erfolgreichen Gloriosa-Cup in Erfurt zu berichten.

8:30 Uhr ist Treffpunkt am Parkplatz in der Erfurter Straße. Beim Durchzählen sehen wir uns einmal mehr mit kurzfristigen und schmerzhaften Absagen konfrontiert. Dietrich laboriert seit dem Anhoppeln am Sprunggelenk und reist als Betreuer, Coach und Schiri, nicht jedoch als Spieler an. Thomas hat einen klassischen Terminsalat geschnippelt und kann erst Stunden später dazu stoßen. Mit Constanze, Anja, Sabine und Julia sind diesmal die Frauen klar in der Überzahl. Von den Jungs gibt’s noch Gunther und Falk für das Feld, während Ecki wie gewohnt den Platz zwischen den Pfosten einnehmen wird. Maik ist außerplanmäßig dabei und kann Thomas zumindest bei zwei Spielen vertreten.


Bei der Abfahrt nieselt es leicht. Gen Erfurt verdichten sich die Wolken und die Tropfen werden dicker. Zudem ist es empfindlich kühl. Die Bänke im Hockeystadion auf dem Kauflanddach bleiben leer. Für das Wetter könn´ mir nüscht! versichert der Veranstalter.  Naja, wer´s glaubt. Eine Woche zuvor fand an gleicher Stelle das Puffbohnenturnier für den Nachwuchs statt, da hat es sogar geschneit. Dem Ablauf des Turniers tut das Wetter keinen Abbruch. Das Orgteam arbeitet perfekt. Die Eröffnung findet im Festzelt statt, während der Regen auf die Plane pladdert. Zwölf Mannschaften aus 6 Bundesländern sind gemeldet. Gespielt wird in zwei Staffeln. Gleich darauf müssen wir raus.

Die gastgebenden Gloriosen sind unsere ersten Gegner. Die kennen sich hier aus, während wir uns, typisch Weimar, mal wieder nicht auf dem ungewohnten Kunstrasen zurechtfinden. Der Niederschlag tut sein Übriges. Flugs steht es 0:1, zwei weitere Treffer folgen. Wir haben das Nachsehen und versprechen uns, es im nächsten Spiel besser zu machen. Jetzt heißt es erst mal Trikots trocknen.


Der Regen hat ein wenig nachgelassen. Wir schlüpfen in die noch klammen Trikots und stellen uns den Schlossgeistern aus Königs Wusterhausen. Das Spiel verläuft auf Augenhöhe und lange Zeit sieht es nach einem verdienten Unentschieden aus. Doch im letzten Drittel gelingt den Brandenburgern ein Überzahlspiel im Schusskreis. Das 0:1 lässt sich nicht mehr vermeiden. Einen weiteren gut gezielten Schuss weiß der Torhüter zu vereiteln. Ein hoffnungsfroher Angriff unsererseits verpufft im Toraus. Dann tönt die Schlusssirene. Wir hängen die feuchten Trikots wieder in die Umkleide und trocknen uns, so gut es geht. Nach kurzer Pause geht es weiter. Jetzt pladdert es wieder richtig von oben runter. Die Begrüßung der Mannschaften findet im Zelt statt. Die Schiris laufen mit Schirm auf. Die Brillenträger in Abwehr und Sturm sehen fast nichts mehr. Julia weiß nicht, wie lange ihr adrettes Wollmützchen dem Wetter noch Stand hält. Möglicherweise einziger positiver Nebeneffekt des Regens: Unser sonst eher erdverbundener Torwart ist nach Paraden blitzschnell wieder auf den Beinen – weil er nicht in der Pfütze liegen möchte. So kann er den einen oder anderen Nachschuss gerade noch abwehren. Doch es nützt nichts, trotz tapferer Gegenwehr und einigen wirklich gut aufgebauten Angriffen gehen die Querschläger auch in den Spielen gegen die Anhaltiner Blitze aus Osternienburg (0:4) und das ATV Family Team aus Leipzig (0:1) nicht nur im Wortsinne baden. Die nun sacknassen Trikots werden ausgewrungen.

Mannschaftsfoto im Tor

Die durchnässten, klassischen Querschläger nach dem Gloriosa-Cup 2019. (Foto: dk)

Mit Hilfe von Kaffee und Kuchen gelingt es, die Laune bis zur nächsten Partie akzeptablen Niveau zu halten. Dietrich hat die nachfolgende Mannschaft schon als Schiri kennengelernt und orakelt ein schweres Spiel. Wir streifen die nach wie vor tropfenden Trikots über. Die Mainhoppers aus Frankfurt haben sich uns gegenüber aufgestellt. „Elternhockey vom feinsten“ heißt es in deren Teaser. Das stimmt auch, wie wir sogleich bemerken werden. Die Hessen spielen gut sortiert und blitzsauber und sind daher äußerst effizient. Unsere Taktik hingegen hat viel mit Laufarbeit zu tun. Es regnet nur noch leicht, für derzeitige Verhältnisse also nahezu perfekte Bedingungen. Die Brillenträger haben wieder klare Sicht. Thomas ist inzwischen eingetroffen und hat sich bereits gegen Leipzig warm gemacht. So kann er nun im Mittelfeld zeigen, dass er durchaus mit dem Ball umzugehen weiß. Es gelingt uns, das hessische Uhrwerk etwas aus dem Takt zu bringen. Wir können uns einige gute Möglichkeiten erarbeiten, die jedoch nicht vollendet werden. Gegen Ende wird es noch einmal dramatisch. Eine Frankfurter Angreiferin steht frei im Schusskreis und holt zum Torschuss aus. Unser Torwart nimmt Anlauf, hechtet ran und drischt den Ball mit dem Schläger ins Toraus. Es folgt ein gelungener Abschlag, der Ball gelangt über zwei, drei Stationen zum Schusskreis der Mainhoppers. Dort steht Constanze am richtigen Fleck und wutscht das Ding rein ohne mit der Wimper zu zucken. 1:0!  Ihre Töchter hätten es nicht besser gekonnt. Kurz darauf die Schlusströte. Wir liegen uns in den Armen: Das erste Tor und der erste Sieg in der Geschichte der Querschläger!

 

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