Ab in den Schatten- die Hitzeschlacht von Freiberg

Die Klassischen Querschläger erreichen den dritten Platz beim Freiberger Knüppelturnier

In aller Herrgottsfrühe machen sich die Querschläger am letzten Augusttag auf den Weg nach Sachsen. Die Bergstadtknüppel haben uns wieder zum Knüppelturnier nach Freiberg eingeladen. Der frische Morgen lässt es noch nicht erahnen, aber die Wettervorhersage kündigt noch einmal Temperaturen von über dreißig Grad an. Im Gegensatz zum herbstlich gestimmten Treffen im Vorjahr wird es wohl ein richtig heißes Turnier werden.
Von den Elternspielern sind heute Constanze, Sabine, Dietrich, Falk, Ulrich, Maik und Ecki dabei. Angesichts der Wetterprognose wären wir gern ein paar Querschläger mehr, aber wir wollen mal nicht meckern. Schließlich hat Sarah ihren freien Samstag geopfert, um die Reihen der Eltern zu verstärken. Immerhin sind wir in der Lage, sowohl Damen als auch Herren zu wechseln, was keine Selbstverständlichkeit ist. Die Erwartungen setzen wir mal nicht zu hoch an. Vor allem wollen wir ein paar schöne Spiele machen und Spaß haben. Wir sind ja schließlich beim Elternhockey. Ach ja, und das zweite Turniertor in der Mannschaftsgeschichte soll geschossen werden.
Gespielt wird in zwei Gruppen. Die Stick Artists aus Leipzig haben wegen Spielermangel abgesagt. So sind statt 12 nur 11 Mannschaften da. Das Losglück teilt uns der kleineren Hälfte zu. Das bedeutet zunächst vier Vorrundenspiele zu 12 Minuten. Die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe erreichen das Halbfinale. Bereits zur Begrüßung ist es verdächtig warm. Zunächst harren wir im Schatten aus. Kurz vor elf dürfen wir dann zum ersten mal auf das Spielfeld. Die Luft ist schon gut aufgeheizt. Das gegnerische Team kommt aus Tresenwald. Nach eigenem Bekunden spielen sie erst seit ein paar Monaten Hockey. Wir hingegen waren in der laufenden Saison erst einmal auf Kunstrasen. Das passt. Beide Mannschaften bewegen sich eher behutsam über das Feld. Zwar gibt es Spielzüge und Zweikämpfe, aber der Ball gelangt nur ab und zu in den Schusskreis. Tore fallen nicht. Trotzdem: Nach dem Abpfiff erst mal in den Schatten und der Griff zur Wasserflasche. Es ist heiß.Im nächsten Spiel gegen Pillnitz geht es schon energischer zu, und wer genau hinschaut, kann eine leichte Dominanz der Querschläger erkennen. Es gibt gute Möglichkeiten auf beiden Seiten. Schließlich machen die Pillnitzer einen rein, das Tor wird aber wegen eines zuvor begangenen Fußfehlers nicht gegeben. Glück gehabt. Auch dieses Spiel endet 0:0. Nach dem Abpfiff erst mal in den Schatten und der Griff zur Wasserflasche.
Es geht auf 13 Uhr, die Sonne glüht im Zenit. Die Partie gegen die Teamgeister Spandau wird für uns das Spiel des Tages. Die Berliner sind agil und wollen den Sieg. Wir halten mit Fleiß und Ordnung, will sagen mit Laufarbeit und Spielaufbau dagegen. Immer wieder wird eine Anspielstation im Schusskreis gesucht. Schließlich steht Falk genau richtig, nimmt den Ball an, legt ihn zurecht, zieht ab und peng- 1:0! Die Berliner geben daraufhin ordentlich Gas und wollen den Anschlusstreffer. Aber nix da. Abwehr und Mittelfeld fangen fast alles ab, und wenn nicht, ist der Torwart trotz Standsauna auf dem Posten. Nach einem Konter noch eine gute Möglichkeit für Weimar, knapp am Tor vorbei, und ein Angriff aus Spandau, der im Seitenaus verpufft. Dann ist Schluss. Der zweite Sieg in der Geschichte der Querschläger! Ab in den Schatten und der Griff zur Wasserflasche.
Die Begegnung gegen das K.o.-Team aus Köthen verläuft ausgeglichen mit Möglichkeiten auf beiden Seiten und hätte mit einem verdienten Remis enden können. Die Luft flimmert über dem Platz, die Uhren gehen langsamer. Statt um Tempo und Kraft geht es um Effizienz und Ballkontrolle und taktisches Geschick. Den Anhaltinern gelingt wie im Vorjahr aus einer geschickt herausgepielten Überzahlsituation der Führungstreffer. Wir ziehen das Tempo an, können jedoch den Ausgleichstreffer nicht erzielen und müssen die erste Niederlage des Tages einstecken. Damit ist die Vorrunde gelaufen. Auch gut so. Schließlich hatten wir Spaß und ein Tor und haben damit unser Tagesziel schon erreicht. Schnell duschen und dann in den Schatten, Endspiele gucken, mit einen kühlen Bier in der Hand, das wäre jetzt das Richtige. Aber die Rechnung geht anders. Mit fünf Punkten sind wir gleichauf mit Spandau hinter Köthen. Da der direkte Vergleich entscheidet, sind wir Gruppenzweiter und damit im Halbfinale. Wow!
Nach einer Bewässerungspause stehen wir den Bergstadtknüppeln gegenüber. Die sind vor heimischer Kulisse hochmotiviert und wollen Sieg. Auf dem Platz ist es nahezu subtropisch heiß. Wir greifen an, die Freiberger kontern, nutzen die Überzahl und es steht ruck- zuck 1:0 für die Gastgeber. Und sie wollen mehr. Abwehr und Tormann haben keine Langeweile. Weimar begegnet dem Freiberger Druck mit Disziplin und konsequentem Spielaufbau. So kommen, mal über links und mal über rechts, einige gute Möglichkeiten zustande. Aber meist ist die sächsische Abwehr zur Stelle oder der Ball geht einfach so ins Nirgendwo. Doch dann holt sich Falk einen längst verloren geglaubten Ball zurück, kämpft sich in den Schusskreis und haut das Ding am Torwart vorbei ins Netz. Ausgleich! Es geht noch ein wenig hin und her, einmal noch muss unser Torhüter parieren, dann tönt der Schlusspfiff. Das Finale ist zum Greifen nahe. Wir müssen nur noch das Shoot Out bestehen. Es werden 7- und 9 Meter geschossen. Unser Torwart hält sich wacker, die Schützen geben ihr Bestes (zumindest bei Sarah kracht es ordentlich). Das Quäntchen Glück ist jedoch bei den Freibergern. Wir müssen uns knapp geschlagen geben. Ab in den Schatten und der Griff zur Wasserflasche. Das Bier muss noch warten. Im Spiel um den dritten Platz treffen wir auf die Gloriosen aus Erfurt. Beiden Mannschaften hat die Hitze sichtlich zugesetzt, alle würden am liebsten gleich zu Dusche und Bier übergehen. Doch beide Teams haben einen Ruf zu verteidigen. Es wird gespielt, wie sich das für freundschaftlich- nachbarschaftlich verbundene Rivalen gehört. Nicht bis zum Umfallen, aber hart und fair. Revierkämpfe vorm Schusskreis und im Mittelfeld. Torschüsse auf beiden Seiten, die Torhüter sind stets zur Stelle. Auch dieses Spiel endet 0:0. Zum Schlusspfiff fallen wir uns in die Arme. Die Hitzeschlacht von Freiberg ist vorbei. Auf das Shoot Out wird nach Mehrheitsbeschluss verzichtet. Turniersieger wird Köthen , Freiberg holt Silber. Wir teilen uns den dritten Platz mit Erfurt. Habt ihr´s gehört, Leute: Platz Drei! Ab in den Schatten, Dusche, Siegerehrung, Bier! Und als Krönung gibt es für jede Mannschaft eine Platte Freiberger Eierschecke. Oberlecker! Ein Glück dass wir nicht so viele waren, sonst hätten wir viel kleinere Stücken schneiden müssen. Ein herzliches Dankeschön an die Bergstadtknüppel für das sonnige Turnier!

 







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