Braunschweiger Hockeymannschaften mit Doppelerfolg beim Klassikpokal

Die rot gekleideten Damen aus Bergisch Gladbach dominierten das Finalspiel bis zur letzten Sekunde. Zwei Sekunden vor Schluss verhalfen sie dem Ball noch unter großem Jubel zum scheinbaren 2:1 ins gegnerische Tor. Dennoch konnten sie am Ende nicht den begehrten Klassikpokal mit nach Hause nehmen. Der Pokal der Damen und der Herren gingen dieses Jahr, nach zwei atemberaubend spannenden Endspielen, nach Braunschweig.

Aus sieben Bundesländern waren Hockeymannschaften zum 12. Klassikpokal nach Weimar angereist. Sechs Herren- und 8 Damenmannschaften kämpften um den Turniersieg. Schade nur, dass keine Zuschauer die sehenswerten Partien verfolgen konnten, die sich über den vergangenen Samstag und Sonntag erstreckten.

Das Finalspiel der Damen bestritten die Mannschaften des THC Rot-Weiss Bergisch Gladbach und des Braunschweiger THC. Mit ungeheurem Druck stürmten die Spielerinnen aus Bergisch Gladbach gegen das Tor der Braunschweigerinnen. Ohne Torwartin waren sie mit 6 Spielerinnen auf dem Feld in der Überzahl. Dafür mussten sie jegliche Konter auf ihr leeres Tor verhindern. Im Gegenzug verteidigten die Braunschweigerinnen erbittert ihr eigenes Tor, kamen jedoch kaum mehr in die gegnerische Hälfte des Spielfeldes. Zwei Sekunden vor Schluss schien sich die Übermacht der roten Spielerinnen in einem 2:1 zu entladen. Der Jubel währte jedoch nur kurz. Die Schiedsrichterinnen konnten das Tor aufgrund einer Regelverletzung nicht werten. So mussten die Mannschaften den Sieg über ein Shootout ausfechten. Hier entpuppte sich die fehlende Torwartin der bis dahin dominierenden Gladbacherinnen als Problem. Bei diesem 6-sekündigen Zweikampf zwischen Spielerin und Torwartin, konnten die Braunschweigerinnen aus sicherer Entfernung ihre Tore machen. Der verteidigenden Gladbacherin im Tor fehlte die ausladende Torwartausrüstung, die diese einfache Lösung sonst verhindert. Um so größer war der Jubel der Braunschweigerinnen, als sie so das Shootout für sich entscheiden konnten.

Die Damen des BHTC nach dem Finalspiel des Klassikpokals.



Das Finalspiel der Herren zwischen dem SSC Jena und dem Braunschweiger THC begann als langsames Herantasten. Die Mannschaften hatten sich am Vortag als ebenbürtige Gegner getrennt. Jetzt musste eine Entscheidung fallen. Jena machte anfangs den vorsichtigeren Eindruck. Im gegenseitigen Schlagabtausch zeigte sich letztlich weder eine dominierende Mannschaft, noch eine mit dem zusätzlichen Fünkchen Glück. Nach dem 1:1 zerfaserte das Spiel gegen Ende in immer kürzere, hastige Spielzüge in den Schlusspfiff. Nach dem ersten Durchgang des Shootouts stand kein Sieger fest. Im zweiten Durchgang legten die Braunschweiger mit einem Treffer vor. Als der folgende Jenaer Schütze im Zweikampf mit dem Braunschweiger Torwart den Ball verlor, schien das Spiel bereits entschieden. Unbeirrbar holte er jedoch den Ball zurück und setzte ihn mit einem gekonnten Fernschuss scheinbar doch noch mit dem Abpfiff der 6 Sekunden ins Netz. Nach einem kurzen Moment der Verunsicherung pfiffen die Schiedsrichter den Ball jedoch nicht als Tor. Und so brachen letztlich die Braunschweiger zum zweiten erfolgreichen Finalspiel in Jubel aus.

Die Weimarer Mannschaften belegten beide jeweils den 5. Platz. Für die Weimarer Damen war es das erste Spiel als Mannschaft. Sie hatten sich erst im Laufe des Jahres als Team zusammengefunden, nachdem sie in Weimar ihr Studium begonnen hatten.

Die Damen und Herren des SSV Vimaria Weimar.

Die abschließende Siegerehrung begleitete der Präsident des Thüringer Hockeyverbands, Carsten Könke. Er äußerte sich glücklich darüber, dass der Klassikpokal zeige, dass der Vereinssport wieder auf dem Weg in die Normalität zurück sei. Dann zeichnete er die Torschützenkönigin des Turniers, Lucy Scheibner vom PSV Chemnitz und den Torschützenkönig Noah Freiwald vom Braunschweiger THC aus. Die Siegermannschaften freuten sich nicht nur über die typischen Klassikpokale, sondern auch über einen Übernachtungsgutschein für eine Vereinsfahrt, der von a&o Hostels gesponsort wurde.

Nach dem Totalausfall des fertig vorbereiteten Turniers 2020 zeigte sich auch der Organisator des Turniers, Andreas Möllmann, sehr zufrieden. Um das Turnier in diesem Jahr möglich zu machen, hatte der SSV Vimaria ein umfangreiches Hygienekonzept mit dem Gesundheitsamt und dem Sport- und Jugendamt abgestimmt. Und wie diszipliniert alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Verhalten danach ausgerichtet hatten, lobte Möllmann ausdrücklich. Ein großes Dankeschön richtete er auch an die vielen Helferinnen und Helfer aus dem Verein. Ohne deren Unterstützung könnte ein rein ehrenamtlicher Verein ein solches Turnier nicht durchführen. Auch den Sponsoren GeoAlpin GmbH, Ehringsdorfer und Sagasser dankte Möllmann für die Unterstützung des Weimarer Hockeyturniers und freute sich über den neuen Sponsor Kaufland Weimar, der in seiner Geschäftsführung selbst einen aktiven Hockeyspieler aus Jena hat.

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